Die Flosslände ist der älteste Surfspot Münchens, hier wurde das Riversurfen geboren, aber sie ist seit 3 Jahren kaum noch surfbar. Und wenn sie mal kurzzeitig surfbar ist, bilden sich lange Schlagen. In der Saison 2010 war sie nur am Wochenende vormittags (9-13 Uhr) surfbar und aktuell hat sich die Situation nochmals verschlechtert.

Foto: (c) IGSM darf im Rahmen der Berichterstattung verwendet werden.
Zu Saisonbeginn lief sie mal für 2 Wochen, dann wurde die Wassermenge am 19.5. auf Wunsch der SWM gedrosselt und nach den Messungen am 9.6.2011 wurde die Wassermenge nochmals reduziert. Es laufen jetzt ca. 30-40cm weniger Wasser den Flosskanal runter als in den vergangen 3 Jahrzehnten.
Die Welle ist aktuell - wenn überhaupt - nur von 20.00 - 14.00 surfbar, wo wir versuchen, trotz des wenigen Wassers durch Beckenabsenkung noch irgendwas zu machen, die so erzeugte Welle hat aber kaum Druck und ist allenfalls für Kinder oder sehr leichte Rider surfbar. Mit der Wassermenge vom 19.5.2011-9.6.2011 hätten wir zumindest abends spät oder morgends früh gerade noch irgendwie surfen können, aber die aktuelle Welle ist ein Trauerspiel und auch dass man nachmittags überhaupt nicht surfen kann (weil während der Flosszeiten keine Beckenabsenkung möglich ist) ist auch sehr schade.
Wir arbeiten sehr gut mit Baureferat, RGU und Stadtrat zusammen, alle Möglichkeiten zur Wellenoptimierung sind ausgeschöpft, es liegt an den Stadtwerken, wieder die gleiche Wassermenge von früher den Flosskanal runterzulassen (unter den Bildern auf READ MORE klicken)
Wir würden ca. 2-3m3 mehr Wasser benötigen (1m3 entspricht ca. 40kw/h), um Surfen zu können, dies entspricht nach unseren Berechnungen auf den Stromendverbraucherpreis umgerechnet ca. 4-5 EUR pro Stunde Surfen (wobei dort ca. 30-40 Surfer in einer Stunde surfen). Die ganze Saison surfen zu können, würde 0.0002% des Münchner Stromverbrauches ausmachen. Bei einem durschnittlichen Jahresverbrauch pro Haushalt von 4.050KWh (EU-Statistik) entspricht das nur 35 Haushalten. Diese Berechnungen gelten aber nur, wenn das Wasser was am Flosskanal weniger runtergelassen wird, tatsächlich in der Energieerzeugung fehlt, was aber nicht immer der Fall ist, gerade jetzt, wo die Isar gerade viel Wasser führt.
Surfen ist ein ökologischer Sport, die meisten Surfer kommen mit dem Fahrrad zur Welle und die Alternativen (nach Kiefersfelden Wakeboarden zu gehen oder auf den künstlichen Wellen im Alpamare oder im Snowdome Bispingen zu surfen beispielsweise, ja selbst zu Hause vor Fernseher und Computer zu sitzen), sind energetisch gesehen wesentlich ineffizienter.
Überall anders werden Wellen nach Münchner Vorbild gebaut, "Surfwelle Wien" / "Surfwelle Sill" / "Surfwelle Wöhrder See"/ bei Salzburg wurde die Almkanalwelle gebaut / In Mayerhofen soll eine gebaut werden / In Bispingen gibts eine (wo 4 Pumpen mit 16m3/s eine Welle nach Eisbachvorbild erzeugen / In Bottrop war eine - die jetzt auf Deutschlandreise geht. ...
In München wird für ein bisschen Ökostrom (weniger als ein Promille des Ökostroms) ein umweltfreundlicher Sport an einem einmaligen Spot, der der Geburtsort des Riversurfens war, kaputt gemacht.
Die IGSM appeliert an die SWM uns bitte wieder die Wassermenge von früher zum Surfen zu geben und in Zeiten wie gerade, wo Hochwasser auf der Isar ist, mehr Wasser den Flosskanal runterzulassen! Dabei geht auch kein Strom verloren! Die Surfer nahmen den World Surfing Day zum Anlass, die Stadtwerke mit einer freundlichen "Wasserspende" auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen!
Floßlände: Surfer fordern mehr Wasser (Münchner Merkur, 20.6.2011)
Video: Der Surfer-Streit - Welle oder Ökostrom? (Münchner Abendzeitung, 20.6.2011)
Fotos: fotobyklotzi.de dürfen im Rahmen der Berichterstattung über die IGSM und Flosslände verwendet werden! Hochauflösende Bilder stehen auf Anfrage bereit: info(at)rettet-die-eisbachwelle.de oder info(at)flohagena.com